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Künstlerportrait von Gerber, Craig


Irgendwann im Leben so ziemlich eines jeden Songwriters kommt der Moment, an dem er sich entscheiden muss. Wo bisher der musikalische Weg klar ein eine Richtung geführt hat, kommt plötzlich eine Gabelung. Die eine Straße ist breit - sie kann bequem von mehreren Leuten nebeneinander beschritten werden. Die andere Straße ist schmal - auf ihr hat maximal einer Platz. 

Für Craig Gerber, geboren und aufgewachsen in Minneapolis, Minnesota, war die Wahl der Straße an den Abzweigungen des musikalischen Lebens lange Zeit eindeutig: Denn seine Vision von Post-Punk in den 1980ern als Weggefährte von Hüsker , Soul Asylum, Sonic Youth oder den Kyuss-Ablegern Screaming Trees verlangte ganz eindeutig nach dickem Sound. Auch im "richtigen Leben" galt es derweil, an Abzweigungen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Nach Erfolgen mit seinen Bands "Badthing" und später "Process Blue" verließ er sein Heimatland zunächst im Rahmen eines Stipendiums in Richtung Deutschland. Später verlegte er seinen Wohnsitz komplett auf die andere Seite des Atlantiks. 

Auch hier war musikalisch die breite Straße seine Wahl, "Bellibone" taufte er sein Vehikel. Breiter, tief im amerikanischen Alternative-Underground verwurzelter Indie-Rock, verlangte eben auch ganz eindeutig nach einer Band. Gemeinsam mit Schlagzeuger Michi Waibl, Bassist Achim "Wotan" Juhl und Gitarrist Stephan Wohlhaupter an der Gitarre lieferten "Bellibone" intensiven, dynamischen Alternative-Rock, der dem Quartett in den 1990ern im kompletten süddeutschen Raum eine treue Fangemeinde und Aufrtitte, unter anderem mit Deep Purple im Olympiastadion Garmisch-Partenkirchen, bescherte. 

Und es ist nicht so, dass Craig Gerber nicht zufrieden gewesen wäre mit dem Band-Leben. Doch Menschen verändern sich, Künstler reifen und irgendwann hatte Gerber Songs in petto, die nach mehr verlangten als "nur" einer reinen Rock-Besetzung. Sie schrien nach Luft unter den Flügeln, sie verlangten nach mehr Aufmerksamkeit. Sie wollten keine große Kulisse mehr, sie wollten um ihrer selbst Willen in den Vordergrund gehoben werden. Und nachdem Craig Gerber durch seine jahrelange Erfahrung als Sänger und Songschreiber - und nichts anderes was er über all die Jahre gewesen - wusste nur zu gut, dass man auf seine Musik hören muss. Also nötigte er sich den Mut ab, den schmalen Weg zu beschreiten: Nur mit einer Akustikgitarre, einer Mundharmonika machte er sich auf die staubige Straße in Richtung Solo-Künstler. Begleitet von seinen Songs, die es ihm durch leisen Glanz danken. 

Man kann sehr einfach den Einfluss von Craig Gerbers nordamerikanischer Heimat heraushören: Im Ansatz durchwegs melancholisch, könnten sie einerseits locker aus dem Seattle des Jahres 1994 kommen. Gleichwohl sind sie von einem sehr positiven Grundton durchweht. Ähnlich seinen erklärten Vorbildern Bob Dylan, Elliot Smith, Neil Young oder Nick Drake steuert Craig Gerber seine eigene Persönlichkeit bei. In seinem Fall schlägt sie sich in Form von einem funky Ansatz nieder.

Irgendwann kommt die Zeit, in der sich jeder Songwriter entscheiden muss, welchen Weg er geht. Craig Gerber hat sich nun bewusst für den Solopfad entschieden: Seine Songs waren reif dafür, die Zeit auch: Time Has Come.

Homepage:
http://www.craiggerber.de




Alben von Gerber, Craig

1. All Right von Gerber, Craig All Right (CD-Nr.: 307.2245.3)
von Gerber, Craig

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2. Time Has Come - Radio Single von Gerber, Craig Time Has Come - Radio Single (CD-Nr.: 307.2244.3)
von Gerber, Craig

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3. Time Has Come von Gerber, Craig Time Has Come (CD-Nr.: 307.2243.2)
von Gerber, Craig
Preis: 12,00 Euro


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