BSC Artist Press Review: Jeff Greinke

Keyboards, Germany - June 1998
CD des Monats

Jeff Greinke ist auch in Europa kein ganz Unbekannter mehr. Seit Anfang der 80er Jahre hat sich der Komponist, Sound Designer und Mitinhaber des Labels Intrepid aus Seattle mit zahlreichen Soloalben sowie als Kopf der Formation "Land" einen Ruf als einer der innovativsten Klangforscher der Gegenwart erworben. dafür, daß sein Name demnächst auch hierzulande in einem atemnzug mit Brian eno genannt wird, könnte "Swimming" sorgen, die Premiere des Amerikaners beim Münchner Label Prudence. Denn der studierte Metereologe, der sich sein musikalisch-technisches Rüstzeug durch Arbeiten für Theater, Ballet, Film, Radio und Kunstinstallationen angeeignet hat, unterstreicht mit diesem Werk erneut, daß er etwas kann, was noch allzu wenige können: Greinke kreiert Klangwelten von solcher Einzigartigkeit, daß man versucht ist, für die eine oder andere seiner Kompositionen neue Genre-Begriffe zu erfinden: "Ambient -Metal", "Latin-Ambient"? So startet etwas das rund fünfminütige "Above" mit einer schppernden Drumsequenz (der Metal-Akzent), die garantiert, daß die dicht an dicht geschichteten Sythi-Layers und Ethno Samples nicht die Bodenhaftung verlieren. Und der "City Stream" (das Zentralstück der Platte) rauscht knapp acht Minuten lang über einen Computergroove dahin, den Live-Percussionisten nicht lebendiger hätten trommeln können (der Latin Aspekt). Kaum verwunderlich also, daß an einem der nächsten Greinke-Projekte Es-Santana-Drummer Michael Shrieve beteiligt sein wird. Mit seiner Ambient-Variante, in der Rhythmus ebenso groß geschrieben wird wie Soundscaping, stößt Jeff Greinke Türen auf in die Zukunft, in der man vermutlich staunen wird darüber, daß Ambient einst mit "Muzak" über- und (von Unwissenden) gleichgesetzt werden konnte. Vorausgesetzt, Greinke findet – nein nicht Nachahmer, sondern Schüler, Lernmaterial für den Grundkurs "The Future Of Ambient Music" liegt mit "Swimming" reichlich vor.

>> Click here for the BSC Homepage! <<