Plötzlich sind sie wieder da, die Erinnerungen, die großen und kleinen Momente des eigenen Lebens, erzählt von einem Song. Manchmal sind es kleine Lieder, die in den wenigen Momenten der Besinnung, immer größer werden und für ein paar Minuten das Gefühl geben, begreifen zu können, wie die Dinge zusammen hängen.
Christina Lux kann solche Lieder schreiben und singen. Seit Jahren taucht sie immer wieder leise auf, ist keine Kompromisse eingegangen, hat einfach immer weiter gemacht auf unzähligen kleinen und großen Bühnen mit ihrer Gitarre und dieser intensiven, seelenvollen Stimme Konzerten eine knisternde Atmosphäre einzuhauchen und dabei jedem direkt in die Augen zu sehen.
Sie wollte es immer wissen. Hat ihre Kräfte gebündelt, die Worte in Musik gepackt mitunter bis an die Schmerzgrenze ihre eigene Welt geöffnet zum Hineinschauen. Und hat plötzlich verstanden, dass keiner dort im Publikum sitzt und denkt, "mein Gott- was die alles erlebt hat", sondern viel mehr, dass dessen eigene Welt sich öffnete und bewegte.
Sie schreibt Lyrics, wie in Love is my Religion: "Love don't choose between black or white - Jewish, Muslim, Christian, girl or guy - but blindly passing on traditions leads to fanaticism" und In Man without a Face: "When you cry while making love – when a certain look of a man makes you fall apart – someone comes close you’re rushed with fear…"
Keine butterweiche Poesie, sondern bittere und fragende Worte, die sich in den Gehörgängen verfangen.
Christina Lux betrachtet, ohne zu Zerbrechen. Dennoch hinterlässt sie immer einen Hafen für Gestrandete, einen großen Mantel zum sich hineinzurollen. I curl up in my coat and I hear you say – don’t hold them back – it’s healing waters.
Über "Coming Home At Last" sagt Christina Lux, es sei ihr Meilenstein, etwas Ausgesprochenes, ein Stück Himmel, ein Koffer zum Weiterreisen. Produziert hat sie das Album gemeinsam mit Matthias Krauss. Lux-uriös ist auch ihr langjähriger Tonmann Klaus Genuit, der mit feinen Ohren meisterlich Christina Lux’ Songs zum Leuchten gebracht hat. Die Band mit Marius Goldhammer(Bass), Tommy Baldu(Drums), Heiko Braun(Percussion), Matthias Krauss(Keys+Git) und als Special Guest Joo Kraus(Trompete) hat alle Basic-Tracks live eingespielt und damit ist es das geworden, was Christina Lux liebt: eine Momentaufnahme voller Leben und Intensität.
Vor zwanzig Jahren trafen Jim Rakete und Christina Lux sich das erste Mal und für dieses Album hat er sie wieder fotografiert. „Jim ist eine Station auf meiner Reise und ich freue mich sehr, dass er bei diesem Album dabei ist“, sagt sie.
Sie veröffentlichte zwei Alben mit dem Vocal-Ensemble „Vocaleros“, spielte im Support von Tuck+Patti, Paul Young und auch Status Quo. 2004 war sie Special Guest bei Laith Al Deenund ging mit Die Happyauf deren Unplugged Tour als Support. Der WDR strahlte in der Reihe Jazz Line ein Konzert aus. Der gemeinsam mit Torsten Wingenfelder(Fury) geschriebene Song „All the Kings Horses“ bekommt einen Platz in der U. S. Serie the O. C. (The Proposal).
2005 spielte sie auf dem Montreux Jazzfestival. 1998 veröffentlichte die Sängerin und Gitarristin ihre erste EP „She is me“, 1999 folgt das erste Album „Little Luxuries“. Schon dieses zarte Gebräu aus Funk und Folk zeigte die stimmlichen Qualitäten und ihre einzigartige Improvisation. Neben einem Streichquartett gab es nur die percussiv gespielte Gitarre der Lux und eine Stimme, die wirklich unter die Haut geht. Zwei weitere Alben folgen: „Pure Love“ (ein Solo Live Album 2001) und „Live aus dem Stadtgarten Köln“ (2003) mit Nippy Noya und Marius Goldhammer.
"Es gibt Alben, bei denen man beim ersten Hören am liebsten seine besten Freunde anrufen und ihnen die schönsten Stellen vorspielen möchte. Und gleichzeitig möchte man die Lieder ganz für sich allein haben, da man erst Dinge teilen kann, die man sich schon so richtig angeeignet hat. "Coming Home At Last" ist so Eines. Das Gefühl, das ein Song auszulösen vermag, die Gleichzeitigkeit von Schönheit und Verzweiflung und das Wissen um den dialektischen Zusammengang der Dinge, das ist es, was man in diesen Songs finden kann. Lux’ Lieder versuchen nie größer zu sein als das Leben, das macht sie so vertraut und zugleich so einzigartig".
Stefan Maelck November 2005
Would you be there with arms wide open - If you knew all of this, if you knew all of me - If you saw our hearts colliding - With the old bitterness - Would you still stand here behind me – Just in case…
Alben von Lux, Christina
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